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ProGusto 02-2017

Jahreszeitenglück Kontrollierte Wildnis Tobi und Cünet kamen durch eine Kollegin, die ihnen von einer freien Parzelle erzählte, auf die Idee, ein kleines Gartengrundstück zu pachten. „Als wir den freien Garten dann spontan mit ihr besichtigt 42 haben, haben wir uns sofort in ihn verliebt und ohne lange Überlegung beschlossen: Den nehmen wir! Zum Glück hat auch der Vorstand sofort zugestimmt.“ Ihr Garten in Hamburg- Wilhelmsburg ist heute ein verstecktes Kleinod von kontrollierter Wildheit am Rande einer sonst eher gradlinigen, aber durchaus multikulturellen Kolonie. Seit vier Jahren ist dieser Schrebergarten für die beiden ein Rückzugsort, in dem sie die Natur genießen. Am liebsten entspannt auf ihrer „Latte-Macchiato- Wiese.“ Und demnächst vielleicht auch im „Mojito-Teich“ – ein Schwimmteich, an dessen Rand frische Minze wachsen soll. Frauenpower In Hamburg-Eppendorf schafften es drei Frauen und ein kleiner Bagger mit viel Fleiß, Geduld und Zusammenhalt, einen verwahrlosten Garten in ein farbenfrohes Familienparadies zu verwandeln. Denn als Konstanze zusammen mit ihrer Mutter, ihrer Oma und ihren beiden Kindern das Grundstück pachtet, ist die Parzelle 47 ein durchwurzelter Bambusdschungel. Inzwischen ist hier ein Treffpunkt für Groß und Klein entstanden, in dem alle mithelfen und sich pudelwohl fühlen: Gemeinsam Pflanztöpfe vorbereiten, in denen bald Blumen zu bunten Hingucker gedeihen sollen, und sich dann gemeinsam vom Duft frischer Zimtschnecken ins gemütliche Haus locken lassen – im Garten von Konstanze wird alles zum kleinen Familienereignis. Ran an die Arbeit: Bei der Kartoffelernte helfen alle mit. Lange hat Tobi nach dem seltenen, dunkelroten Judasbaum gesucht und wurde in einem spezialisierten Gartenfachhandel tatsächlich fündig. Nun wird das Bäumchen sorgsam gepflegt. Garten zur Selbstversorgung Fast ein Jahrhundert schon gehört der Garten von Gisela und Peter in Eppendorf zur Familie. Die Scholle in der zweitältesten Schrebergartenkolonie Hamburgs hat viel erlebt und schon Giselas Eltern ein Ausweichquartier im Krieg geboten. Heute ist sie ein Paradies für ein agiles, tanzendes Selbstversorger-Ehepaar. Denn die beiden essen fast alles, was in ihrem Garten wächst. Gern geht die langjährige Vegetarierin Gisela schon morgens in die Beete und erntet Gemüse und Wildkräuter für ein frisches Mittagessen. Am liebsten unkompliziert, alles in einem Topf. Auch der bei den meisten Gärtnern verhasste, jedes Beet überwuchernde Giersch birgt für Gisela eher grüne Vitamine als gärtnerische Verzweiflung. Brennnesseln? Gesund und lecker als Gemüse oder junge Spitzen im Salat! Seit über 50 Jahren bewirtschaften Gisela und Peter ihren Schrebergarten.


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