Salone del Mobile.Milano

Mit Fokus auf Nachhaltigkeit ins Jubiläumsjahr

Heute Vormittag fand im frisch renovierten Mailänder Theater Lirico die erste große Pressekonferenz zum kommenden Salone del Mobile.Milano statt - mit verschiedenen Gästen auf der Bühne - darunter auch Designer Sebastian Herkner -, zahlreichen Besuchern vor Ort sowie einem Live-Stream für alle anderen interessierten Journalisten. Vom 7. bis 12. Juni lädt der 60. Salone auf das Gelände der Fiera Milano, Rho, ein und Präsidentin Maria Porro stellte die Pläne und Highlights der Jubiläumsausgabe vor. In diesem Jahr werden über 2.000 Aussteller vertreten sein, darunter etwa 600 junge Designer unter 35 Jahren.

Nach zwei aufgrund der Pandemie außerordentlich schwierigen Jahren, auf die die Messe mit dem „Supersalone“ im vergangenen Jahr reagiert hatte, blicken die Veranstalter des Salone nun bewusst in die Zukunft. Das Ziel ist hoch gesteckt: Es soll gezeigt werden, dass es möglich und notwendig ist, wieder große internationale Veranstaltungen mit Teilnehmer- und Besucherpräsenz zu organisieren und dabei Kriterien der Nachhaltigkeit und des Umweltbewusstseins mit der Produktion von Einrichtungssystemen zu verbinden. Dabei wurde auch die aktuelle Situation des Krieges in der Ukraine nicht ausgeblendet.

„Der Salone del Mobile war seit eh und je ein Katalysator für Kreativität und Energie. Er bewirkt Schönheit, Inklusion und neue Chancen. Wir waren stets ein Ort des Dialogs und des Schaffens, in Mailand so wie bei den Veranstaltungen in Shanghai und Moskau. Heute, da wir wie alle vom Krieg in der Ukraine schockiert sind, glauben wir umso mehr an den Wert unserer Rolle als Knotenpunkt einer Welt die unterschiedlichen Kulturen und Stilen offen ist“, sagt Maria Porro, Präsidentin des Salone del Mobile.Milano. „Deshalb setzen wir uns dafür ein, die Arbeit der ausstellenden Unternehmen wieder in den Mittelpunkt zu stellen. Die Messe wird zu einem 'leeren Blatt Papier', das all ihren Hauptakteuren zur Verfügung steht, damit sie ihre Identität gestalten, ihre Inhalte verbessern und ihre Geschichten erzählen können. Ein Bezugspunkt für die gesamte Designgemeinschaft. Wir können nicht stehenbleiben, sondern haben vielmehr die Pflicht, die Schaffung von möglichst nachhaltigen Design-, Produktions- und Vertriebslösungen zu beschleunigen; heute brauchen wir mehr denn je einen ethischen Designansatz. Auf dem Salone werden wir viele Unternehmen sehen, die sich der Schaffung von Einrichtungsgegenständen verschrieben haben, deren Ziel das Wohlergehender Umwelt und der Menschen ist. Der Salone“, so Porro weiter, „unterstützt die Notwendigkeit eines echten und sofortigen ökologischen Wandels.“

Aus diesem Grund hat die Messe auch in ein großes Nachhaltigkeits-Projekt investiert, das vom Architekten Mario Cucinella kuratiert wird. Für Unternehmen und Kreative soll ein Meetingpoint und eine Inspirationsfläche geschaffen werden, in der u.a. Alternativmaterialien vorgestellt werden sowie Projekte und Visionen. Auf 1.400 qm wird damit die Geschichte eines virtuosen Ökosystems erzählt, das im Idealfall die Zukunft des Wohnens repräsentiert.

Über 600 Teilnehmer werden auf dem 23. SaloneSatellite vertreten sein. Das Thema lautet dieses Mal „Designing for our future selves“ (Für uns selbst, für unsere Zukunft gestalten). Das diesjährige Event fordert auf, über ein nachhaltiges und inklusives Design nachzudenken, das Autonomie, Komfort, Bewegung, Benutzerfreundlichkeit, Interaktion und Sicherheit für alle begünstigt.

Im Juni werden auch die EuroCucina mit der Begleitveranstaltung FTK (Technology For the Kitchen) und die zweijährlich ausgerichtete Internationale Bad-Ambiente-Messe stattfinden. Die Küche wird ihre Rolle als multifunktionaler Raum, als Ausdruck des zeitgenössischen Lebens bekräftigen - ein fließender, hybrider, integrierter Raum und der Schwerpunkt des Hauses, ein sozialesVerbindungselement, das nicht nur die Grundbedürfnisse befriedigt. Die Unternehmen der Bad-Branche, die seit Jahren in verbrauchsreduzierende Produkte investieren, die den neuesten Nachhaltigkeitsanforderungen des Marktes entsprechen, unterbreiten hingegen immer mehr technologische und „grüne“ Lösungen, ohne dabei die emotionale Komponente zu vergessen.

„Die strategische Bedeutung von Messen und damit auch des Salone, der nach zweijähriger Abwesenheit endlich wieder ausgerichtet wird, liegt in der starken Beteiligung von Unternehmen, die gezeigt haben, dass sie nicht auf das 60-jährige Bestehen einer weltweit einmaligen Leistungsschau verzichten wollen und können. Der gesamte Holz- und Einrichtungssektor hat im Jahr 2021 ein wahres Rekordergebnis erzielt. Doch leider machen die hohen Energiekosten, die Rohstoffknappheit und jetzt der Krieg in der Ukraine die Zukunft wirklich unsicher, und Unsicherheit ist bekanntlich der Feind der Unternehmen. Unsere Made-in-Italy-Produkte auf dem Salone auszustellen, bedeutet daher, unsere Führungsrolle zu bekräftigen und unseren Blick auch auf neue, aufstrebende Märkte zu richten und die zahlreichen Anstrengungen unserer Unternehmer in den letzten zwei Jahren, in denen sie weiter investiert, auf Innovation und Nachhaltigkeit als Hebel der Wettbewerbsfähigkeit gesetzt haben, zu würdigen“, betonte Claudio Feltrin, Präsident von FederlegnoArredo, am Ende der Pressekonferenz.

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